Hochzeitsbräuche & Traditionen

 

Was darf das Hochzeitskleid kosten???

Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Die einen sagen, man heiratet nur ein Mal und dann darf es auch was kosten. Andere halten dagegen, dass man das Kleid nur einmal trägt und es deshalb nicht zu viel kosten darf. Aber was ist wenn man das Kleid gar nicht selbst sondern die Schwiegereltern in spe zahlen? So ist es z.B. bei türkischen Hochzeiten üblich und das bedeutet für die Braut ein ganz anderes Problem. Man will nicht verschwenderisch erscheinen aber auch nicht im Billigkleid heiraten. Also was tun? Normalerweise heiratet man ja nicht von heute auf morgen, d.h. man kennt die Familie und deren finanziellen Verhältnisse und Einstellungen. Auf diese sollte man auf jeden Fall Rücksicht nehmen.Wenn Sie überhaupt keine Vorstellungen haben, welche Preisspanne in Ordnung ist, dann holen Sie den Bräutigam ins Boot und lassen ihn vorfühlen, was die Eltern denken – natürlich „ohne“ Ihr Wissen. Bringt Sie dies auch nicht weiter, dann hilft die Brautkleidersuche dabei zu sehen, wie Ihre Schwiegermutter auf die Preise reagiert. Natürlich wird sie nie über Preise stöhnen, aber wenn Sie sich über die Preise der anprobierten Kleider äußern, dann kommt sicherlich eine Reaktion von ihr was sie teuer findet und was nicht.

Der Satz „mach dir nicht so viele Gedanken um die Preise mein Kind, wichtig ist das es dir gefällt“ wird oft ausgesprochen. Dieser Satz ist aber bitte nicht als Freifahrtschein zu betrachten, sondern eher als Zeichen, dass die Schwiegereltern durchaus bereit sind, Ihnen den Kleiderwunsch zu erfüllen, soweit es im Rahmen des Möglichen bleibt.

Spätestens, wenn die Schwiegermutter zu Hause ist kann auch der Bräutigam nochmal nachhaken, wie seiner Mutter die Kleidersuche und ganz nebenbei auch die Preise zugesagt haben.

Ist Ihr Traumkleid übermäßig teuer und Sie würden sogar die Kosten dafür übernehmen, um es zu bekommen? Den Schwiegereltern diese Lösung anzubieten, ist wirklich nur dann in Ordnung, wenn man sich sehr gut kennt und ein einwandfreies Verhältnis hat. Sonst könnten Ihre Schwiegereltern das schnell falsch verstehen und beleidigt sein (über Geld spricht man nämlich nicht und erst recht nicht bei Hochzeiten…).

Aber in den meisten Fällen wissen die Eltern – insbesondere die Schwiegermütter – wie wichtig das Hochzeitskleid ist und werden Ihnen kaum einen Wunsch ausschlagen, wenn Sie nicht gerade in Versace oder Chanel heiraten wollen…

Sağdıç, Toy Beyi & Yenge - Trauzeugen & Co auf türkisch

Ich erlebe oft, dass türkische Brautpaare nicht ganz sicher wissen, was der Sagdic ist und was er für Aufgaben hat, deswegen gibt’s heute ein paar Infos zu den traditionellen Begleitern des Brautpaares

Sagdic (Sağdıç) – der „Trauzeuge“ des Bräutigams

Traditonell hatte der Sagdic viele organisatorische und repräsentative Aufgaben zu tragen. Beispielsweise wurden wähernd der tagelangen Feierlichkeiten bestimmte Zeremonien und Feste im Haus des Sagdic abgehalten und auch bei den damals zu Ehren des Brautpaares üblichen Pferderennen oder Ringkämpfen (Yagli güres) fungierte der Sagdic oft als Gastgeber. In großen und reichen Familien konnte es auch vorkommen, dass der Bräutigam mehrere Sagdic hatte, doch die wichtigste Person war dann der erste Sagdic (Baş Sağdıç), der in der Regel selbst verheiratet war, denn er sollte nicht nur Aufgaben für die Hochzeit übernehmen, sondern durch Weisheit und Erfahrung einen guten Ehemann aus dem Bräutigam machen.

Noch heute gibt es die Tradtion des Sagdic und es gilt als Ehre als „rechte Hand“ des Bräutigams gewählt zu werden. Der Sagic ist dann vor der Hochzeit der Helfer und Freund des Bräutigams in allen anfallenden Aufgaben. Sei es der Anzugkauf, die Unterstützung bei Vorbereitungen oder als einfacher Berater. Seine wichtigsten Aufgaben erfüllt der Sagdic aber am Hochzeitstag. Zum einen richtet er für den Bräutigam die traditionelle Zeremonie des „Damat trasi“ (Barbier Besuch des Bräutigams am Hochzeitstag) aus und sorgt anschließend dafür, dass der Bräutigam alles Notwendige hat, um sich für die Hochzeitsfeier vorzubereiten und umzuziehen. Müssen noch Besorgungen erledigt werden, so übernimmt er diese für den Bräutigam. Außerdem kommt er während des ganzen Hochzeitstages für die finanziellen Angelegenheiten des Bräutigams auf. Dazu gehören die Zahlung der Trinkgelder (z.B. für die Musikanten bei der Brautabholung) und des Wegezolls (z.B. wenn Kinder dem Brautwagen den Weg versperren). Er fährt natürlich auch das Hochzeitsauto und hält dem Bräutigam in allen Dingen den Rücken frei.

Wer sich jetzt wundert, wo die Trauzeugin der Braut verblieben ist, der wird lange suchen müssen. Denn nur der Bräutigam hat einen Sagdic.

Yenge – die „Trauzeugin“ der Braut:

Die Braut fand damals Unterstützung durch eine „Yenge“. Eigentlich bezeichnet man die Ehefrau des Bruders und des Onkels als Yenge, doch in diesem Fall handelte es sich bei der Yenge um die Ehefrau des „Toy beyi“. Der Toy beyi war eine weitere wichtige Person, der zusätzlich zum Sagdic gewählt wurde und am Hochzeitstag einige Aufgaben wahrnehmen musste. Da er meist ein Bruder oder Onkel des Bräutigams war, war seine Ehefrau die Yenge des Bräutigams und somit (nach türkischer Denke durch die Heirat) auch die Yenge der Braut.

Am Hochzeitstag unterstützte die Yenge die Braut bei ihren persönlichen Vorbereitungen wie Kleidung, Haare und Schminke, aber auch vor der Hochzeit stand sie der Braut bei Fragen und Sorgen bei. Dadurch, dass die Yenge aus der Familie des Bräutigams kam, war sie auch nach der Hochzeit noch eine hilfreiche Ansprechpartnerin im Kreis der neuen Familie, die der Braut auch beim Einleben helfen konnte.

Toy beyi

Die Tradition des Toy beyi ist heute nicht mehr anzutreffen und inzwischen übernimmt der Sagdic all seine Aufgaben, wodurch die Rolle der Yenge auf die Frau des Sagdic überging.

Der Toy Beyi musste verheiratet sein und war meist ein Onkel, Bruder, Verwandter des Bräutigams oder ein sehr guter Freund des Bräutigamvaters. Zu seinen Aufgaben zählten die Trinkgelder und Wegezölle zu zahlen, die am Hochzeitstag anfielen und nicht direkt vom Bräutigam bzw. seinem Sagdic gefordert wurden. Dazu gehörten beispielsweise die Auslösung der Aussteuer, die Trinkgelder der Musikanten und die Wegezölle bei der Brautabholung und den damit verbundenen Ritualen. 

Begleiter & Trauzeugen heute

Während die Tradition des Toy Beyi heute vergessen ist, ist der Brauch des Sagdic besonders in ländlich geprägten Familien noch stark verbreitet und wird traditionell gelebt.

In modern geprägten Familien benennt das Brautpaar keinen Sagdic oder eine Yenge, sondern schlicht ihre Trauzeugen, welche sie dann bei den Hochzeitsvorbereitungen unterstützen. Der Trauzeuge des Bräutigams lässt es sich dann aber nicht nehmen, traditionelle Aufgaben des Sagdic zu übernehmen. Dazu gehört weiterhin die Organisation des „Damat trasi“ sowie die Bezahlung von Wegezoll und die Auslösung der Braut.

1000 Gäste - Ausnahme oder Standard bei türkischen Hochzeiten?

Heute bin ich im Internet auf eine Doku über türkische Hochzeiten gestoßen. Gezeigt wurde, laut Magazin, eine „Standard“ türkische Hochzeit. Gefeiert wurde in einem großen Saal, die Gäste saßen an runden, weiß eingedeckten Tischen und in goldenen Stühlen…also alles recht hübsch eingerichtet.Bis hierhin nichts Neues, doch dann teilte die Stimme aus dem Off mit, dass auch die Gästezahl dieser Hochzeit dem Standard türkischer Hochzeiten entspricht: nämlich 1000 Gäste!

Ich komme aus einer sehr, sehr großen Familie. Die Chance auf eine so große Hochzeit eingeladen zu werden wäre also tendenziell hoch, aber die letzte Hochzeit, die ich in dieser Größenordnung miterlebt habe, war 1998! Türkische Hochzeiten in dieser Größenordnung sind wirklich nicht mehr der Standard, sondern inzwischen eher die Ausnahme. Was ich aber besonders schade fand, war die Tatsache, dass die Doku überhaupt nicht darauf eingegangen ist, warum türkische Hochzeiten so groß ausfallen. Es wurde kein Wort über den kulturellen Hintergrund türkischer Hochzeiten verloren – sehr schade.
Ich hätte es schön gefunden, wenn die Dokumentation erklärt hätte, dass die Hochzeit DAS Ereignis überhaupt in einer türkischen Familie ist und deshalb entsprechend gefeiert wird. Wie in jeder Kultur gibt es auch in der Türkei ungeschriebene Gastgeberregeln, die besonders bei Hochzeiten eingehalten werden wollen. Es fängt schon damit an, dass man freudige Ereignisse mit allen Freunden und Verwandten teilen und somit auch gemeinsam feiern soll. Das wissen alle Verwandten und Freunde und erwarten deshalb automatisch eine Einladung. Keine Einladung zu erhalten, kann somit schnell zu beleidigten und verletzten Freunden und Verwandten führen – was die Familien des Brautpaares natürlich um jeden Preis verhinden wollen.
Eine weitere Regel lautet „wurde ich mal eingeladen, muss ich später ebenfalls einladen…“ – was in Anbetracht der oben beschriebenen Regel in einem Teufelskreis mündet…Aber das ist noch nicht alles, denn weiter heißt es „niemals Grenzen setzen, dass wäre unhöflich“. Das erklärt auch warum Kinder auf türkischen Hochzeiten selbstverständlich sind und warum man (rein theoretisch) mitbringen kann, wen man will.

Auch heute noch beherzigen viele Familien diese Regeln, aber eben nur noch in einem gewissen Rahmen. Die meisten Familien konzentrieren sich inzwischen bei den Einladungen auf die „engeren“ Familien- und Freundeskreise und verzichten darauf den Cousin 50. Grades oder die Großtante der Oma auch noch mit einzuladen, denn diese sieht man sowieso selten. Besonders die Brautpaare legen immer mehr Wert auf ein ansprechendes und „intimes“ Fest, weshalb die meisten türkischen Hochzeiten eher eine Größenordnung von 400-500 Personen haben. Ok – auch das ist nicht wenig, aber man hat ja auch was zu feiern 🙂

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