Hochzeitsbräuche & Traditionen

 

Kann ich, darf ich, wie soll ich? Antworten auf Eure Hochzeitsfragen!

Hallo meine Lieben, es ist wieder mal so weit, ich habe heute wieder ein paar Antworten auf Eure Hochzeitsfragen. Da sich die Fragen auch häufig um das Thema Geld/Finanzierung und Aussteuer bei türkischen Hochzeiten bzw. türkischer Beteiligung drehen, geht es heute mal nur darum. Los geht’s!

Zahlen bei türkischen Hochzeiten wirklich nur die Bräutigameltern die Hochzeit oder übernimmt auch die Brautfamilie irgendwelche Kosten?

Die Hochzeit selbst bezahlt tatsächlich nur die Familie des Bräutigams, sogar das Brautkleid wird von seiner Familie bzw. der Mutter des Bräutigams gezahlt. Die Familie der Braut hingegen trägt die Kosten der Verlobung und des Henna Abends. Doch auch andere Kosten, wie z.B. für die Einrichtung des neuen Zuhauses und die Aussteuer, wird unter den Familien aufgeteilt. Auf den ersten Blick mag das alles sehr kalt und wirtschaftlich klingen, doch auch die Tradition der Finanzierung ist nicht willkürlich beschlossen worden, sondern aus bestimmten Gründen entstanden: 
Man muss bedenken, dass Mann wie Frau früher harte körperliche Arbeit verrichteten und eine Frau zudem als Ehefrau das Haus führte oder als Tochter die Mutter unterstütze. Für die Tochter wurde zudem von kindauf mit viel Mühe und auch Geld eine Aussteuer angelegt. Ihr Weggang durch Heirat war somit nicht nur ein emotionaler, sondern eben auch „wirtschaftlicher Verlust“. Daher wurde früher von der Familie des Bräutigams auch das sogenannte Brautgeld überreicht (siehe unten), die Hochzeit bezahlt und ein Großteil der Kosten für das neue Zuhause übernommen (siehe unten). 
Die Kosten der Velobung wiederum wurden von der Brautfamilie getragen, da es meist nur ein kleines familiäres Fest war und die Verlobung vor allem dem Kennenlernen diente und eine Art Testlauf war. Man nutzte die Verlobungszeit um zu prüfen, ob die Familien zusammenpassten, die Kinder sich wirklich verstanden und vor allem die Braut den Versprechungen entsprach (siehe auch hier dazu) Waren die Familien zu unterschiedlich, das Konfliktpotenzial zu groß oder passte etwas anderes Wichtiges nicht, konnte man die Verlobung lösen und alle wahrten ihr Gesicht.
Auch heute noch gilt diese Kostenaufteilung und die derzeitige Generation der Eltern hält auch noch stark daran fest, d.h. ihnen die Übernahme der Kosten zu verweigern, wäre sehr beleidigend. Was jedoch durchaus vorkommt ist, dass z.B. auf Wunsch des Brautpaares keine Verlobung gefeiert wird und die Brauteltern dann die Bräutigameltern darum bitten, sich auch ein Stück weit an den Hochzeitskosten beteiligen zu dürfen.
 

Welche Kosten werden bei der Einrichtung des neuen Zuhauses von wem getragen.

Während das Brautpaar die Wohnung selbst aussucht und später auch die Miete selbst trägt, wird in der Regel noch heute die Einrichtung von den Eltern finanziert, früher sogar gemeinsam ausgesucht. Auch das diente nicht der böswilligen Kontrolle der Eltern, sondern man gab – besonders als Mutter – so sein Wissen in Hauseinrichtung uvm. weiter und sorgte für einen guten Start ins neue Leben.
Dabei gilt bis heute noch folgende Aufteilung:

  • Die Eltern der Braut stellen/zahlen die Schlafzimmermöbel und die „Weißwaren“, also Elektrogeräte für Küche und Haushalt.
  • Die Eltern des Bräutigams übernehmen die restlichen Kosten (Möbel anderer Räume, TV-Elektrogeräte usw.).

Auch hier muss man nur etwas logisch an die Sache rangehen, um zu sehen, dass es ursprünglich mit Sinn aufgeteilt war – die Braut, die für den Haushalt zuständig war, konnte sich ihre Ausstattung nach eigenem Belieben aussuchen ohne mit den Schwiegereltern Rücksprache wegen der Finanzen halten zu müssen und so möglichen Konflikten ausgesetzt zu werden.
Heute ist es inzwischen so, dass viele Brautpaare sich gemeinsam und unabhängig von den Eltern einrichten und diese dann entweder beim finalen Kauf mitkommen oder bei der Hochzeit ein großzügiges Geldgeschenk machen.
 

Was genau ist das Brautgeld und ist das noch üblich?

Wie oben beschrieben, gehörte das Brautgeld, auch Brautgabe genannt, fest zu türkischen Hochzeiten dazu, aber auch in anderen Völkern wurde sie als Hochzeitsbrauch zelebriert. Dabei darf man das Brautgeld nicht als eine Art Kauf der Braut verstehen, denn das war es nicht im entferntesten. Es diente vielmehr der Entschädigung der Brautfamilie, die eine helfende Hand verlor und vor allem zur Legitimation der Ehe, damit die Braut geschützt war und nicht einfach willkürlich verlassen oder verstoßen werden konnte. Wichtig ist auch zu wissen, dass die Brautgabe keinen religiösen Ursprung hat, der bereits vor dem Islam in vielen Völkern als Hochzeitsbrauch verbreitet war. Viele verwechseln das Brautgeld mit dem Mehir (siehe unten), welches etwas ganz anderes ist. Heute wird die Tradition des Brautgeldes in modernen Familien gar nicht mehr gelebt, sondern ist wenn dann eher in ländlichen Gebieten anzutreffen. Das Bräuche von Menschen nach ihren Erwartungen und zu ihren Gunsten interpretiert werden und dadurch falsch gelebt oder gar mißbraucht werden, ist leider keine Seltenheit. Auch im Falle des Brautgeldes ist dies so, was berechtigterweise zu Diskussionen führt und bei Mißbrauch auch bedingungslos geahndet werden muss. Betrachtet man aber den Ursprung, den Kern dieses Brauches ist er ebenso wie viele andere falsch gelebte Bräuche eigentlich etwas gut gemeintes gewesen.
 

Hat nur die Braut eine Aussteuer? Muss ich als Braut eine Aussteuer habe und was muss überhaupt drin sein?

In der Regel hatte nur die Braut eine Aussteuer, die meist von kindauf von der Mutter und den weiblichen Familienmitgliedern geschaffen wurde. Von Kleidern, Handtüchern, Spitzendecken über Geschirr war alles dabei, was die Tochter später eben für ihren Hausstand brauchen konnte. Die Familien waren sehr stolz auf ihre Aussteuer, denn sie zeigte ja wie wichtig einem die Tochter war und wie fleißig man daran gearbeitet hatte, weshalb sie vor der Hochzeit auch in der Familie einige Tage zur Präsentation ausgelegt und stolz vorgezeigt wurde. Die Aussteuer, auch Mitgift genannt, war und ist ein weit verbreiteter Hochzeitsbrauch und wird in türkischen Familien noch immer stark gelebt. Wobei man inzwischen auf Handarbeit weitestgehend verzichtet, aber schon früh Geld für die Aussteuer der Tochter zur Seite legt und alles besorgt, wenn es dann tatsächlich soweit ist. Die Aussteuer sollte auch heute noch wichtige Grundausstattungen wie Handtücher, Geschirr, Besteck, Töpfe und ähnliche im Haushalt notwendige Dinge beinhalten, dann erfüllt sie ihren Zweck.
Eine Pflicht zur Aussteuer gibt es nicht, aber es ist eine schöne Tradition bei der man mit der eigenen Mutter einfach etwas Besonderes teilt und schöne Erinnerungen schafft. Hat man aber schon lange eine eigene Wohnung bezogen und alles eingerichtet braucht man natürlich für die Hochzeit nicht extra eine Aussteuer anzulegen.
 

Was ist ein Mehir und ist das ein Muss?

Die Tradition, dass der Bräutigam der Braut zur Hochzeit ein Geschenk macht, dass nur ihr zusteht, gibt es in Deutschland (Morgengabe) und der Türkei (Mehir) sowie in vielen anderen Kulturen.
In beiden Ländern handelte es sich dabei ursprünglich um Geld oder Güter, die zur Absicherung der Braut dienten, falls der Mann verstirbt und oder sich scheiden lässt.
Wie der Name besagt, wied in Deutschland die Morgengabe der Braut am Morgen nach der Hochzeit vom Bräutigam übergeben. In der Türkei hingegen wird das Mehir der Braut erst im Todesfall des Ehemannes bzw. bei einer Scheidung ausgehändigt. Jedoch ist es inzwischen üblich, der Braut vor der Hochzeit symbolisch für das Mehir ein kleines Geschenk (Küçük Mehir), z.B. ein Schmuckstück zu schenken.
Während in Deutschland die Morgengabe kaum noch praktiziert wird, ist bei einer türkischen religiösen Trauung (Dini Nikah) das Mehir ein Muss und wird als fester Bestandteil der Ehe schriftlich im Eheformular festgehalten. Streng genommen ist nach islamischem Recht eine Trauung ohne ein Mehir nicht gültig, da dies die Braut benachteiligen würde.
   

So, dass war’s für dieses Mal und wie immer gilt: Wenn Ihr noch Fragen zu den Themen oben habt, einfach unten ins Kommentarfeld reinschreiben und ich versuche alles schnellstmöglich zu beantworten.

Pinar

 

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Hochzeitshäppchen: Klingeln für den Brautpaar-Kuss

In vielen Ländern gibt es den Brauch, das Brautpaar am Hochzeitstag immer wieder zu einem Kuss anzuspornen – meistens durch ein Klingeln, indem man z.B. mit der Gabel gegen das Glas klopft oder kleine Klingeln bzw. Glöckchen läutet. Ein sehr süßer Brauch, aber das kann natürlich auf Dauer etwas anstrengend sein, wenn es im fünf Minuten Takt läutet und das Brautpaar alles und jeden stehen lassen muss, um sich zu küssen. Trotzdem ja eine schöne Idee und bei „gezieltem Läuten“ auch für das Brautpaar eine tolle Sache.

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Kann ich, darf ich, wie soll ich? Antworten auf Eure Hochzeitsfragen

Hallo meine Lieben, heute hab ich wieder ein paar Antworten auf Eure Hochzeitsfragen bezüglich türkischer Hochzeitbräuche. Falls danach immer noch ein paar Fragezeichen in Eurem Kopf rumschwirren, einfach unten ins Kommentarfeld reinschreiben und ich versuche alles schnellstmöglich zu beantworten. Also, los geht’s!

Pinar
 

Wie kann man das Takι am besten einplanen und auf schöne Art und Weise zelebrieren?

Zuallererst muss man wissen, dass zwar das Takι eine wichtige Tradition ist, aber die lauthalse Verkündung der Geschenke nicht. Diese schlimme „Moderation“ hat sich irgendwie ergeben und festgesetzt, komischerweise nur bei türkischen Gemeinden im Ausland – lange Rede kurzer Sinn: Ihr könnt die Moderation getrost weglassen. Da das Takι an sich aber viel Zeit in Anspruch nimmt, sollte man es gut planen und grundsätzlich solltet Ihr entscheiden, ob Ihr daraus eine traditionelle Zeremonie machen wollt, bei der alle Gäste zu einem bestimmten Zeitpunkt ihre Geschenke übergeben oder ob, Ihr es freier gestalten wollt. Auch die Art der Übergabe muss entschieden werden. Dabei ist das Anheften der Geldscheine an Kleidung oder ein Satinband kein Muss, hübscher und einfacher ist es, für die Geldgeschenke eine Briefbox oä. bereitzustellen.
 
Nun zum Ablauf: Bei kleinen Hochzeiten kann man das Takι sicher freier gestalten, z.B. kann das Brautpaar selbst von Tisch zu Tisch gehen, kurz die Gäste begrüßen und dabei die Geschenke entgegennehmen. Die Trauzeugen oder zwei Schwestern des Brautpaares können das Brautpaar dabei begleiten und sich um die Verwahrung der Geschenke kümmern. Eine kurze Ankündigung durch die Band bevor es losgeht wäre gut, damit die Gäste im Saal bleiben und ihre Geschenke bereithalten können. Bei dieser Form der Geschenkübergabe freuen sich natürlich die Gäste, denn sie werden vom Brautpaar besucht und haben die Gelegenheit kurz zu plaudern. Das Brautpaar wiederum muss aufpassen, dass man sich nicht verquatscht und den Zeitrahmen sprengt.
Bei großen Hochzeiten sollte das Brautpaar nicht rumgehen, da sonst viel Zeit verloren gehen würde. Will man keine lange Unterbrechung des Festes durch das Takι, gibt es zwei Möglichkeiten: Das Takι wird am Hochzeitstisch durch die Eltern eröffnet, die ihre Geschenke immer zuerst übergeben und anschließend verkündet die Band, dass nun alle Gäste die Gelegenheit haben ihre Geschenke zu übergeben, man aber weiter Musik spielen werde, damit das Fest weitergeht.
Bei der zweiten Version gibt es nur einen Geschenketisch und kein offizielles, zeitlich geregeltes Takι, d.h. jeder Gast kann dem Brautpaar sein Geschenk übergeben, wann er möchte oder es am Geschenketisch ablegen wo z.B. auch eine Briefbox bereit steht. Der Nachteil an dieser Version ist, dass manche Gäste sich nicht trauen, einfach zum Brautpaar zu gehen, weil es immer belagert ist und sie nicht wissen, wann es passend ist. Im schlimmsten Fall geben sie deswegen ihr Geschenk nicht persönlich ab, sondern legen es einfach auf den Geschenktisch ohne das Brautpaar zu sprechen.

Egal für welche Version man sich entscheidet, man sollte die Gäste immer informieren, was geplant ist. Besonders, wenn das Geld nicht angeheftet, sondern in die Briefbox kommt, muss man die Gäste darauf vorbereiten und für Briefumschläge sorgen, damit die Gäste nicht peinlich berührt sind, weil sie einem einen Geldschein „in die Hand drücken“. Um den Ablauf des Takιs zu kommunizieren könnt Ihr kleine Infoschilder (z.B. in Bilderrahmen) auf den Tischen verteilen und auch elegante Briefkuverts (& Stift) dazulegen. Ihr könnt die Info & Kuverts aber natürlich auch auf dem Geschenketisch platzieren, dieser sollte dann aber immer so sichtbar positioniert sein, dass keiner die Info verpasst.

Ist eine Tischordnung bei türkischen Hochzeiten sinnvoll?

Egal ob 40 oder 400 Gäste, ich empfehle immer eine Tischordnung, sonst herrscht Chaos. Eventuell sind das nicht alle türkischen Gäste gewohnt, daher solltet Ihr vor dem Saal deutlich sichtbar die Tischordnung anbringen, der mit einem Satz wie „Herzlich willkommen, nehmt Platz!“ versehen ist und damit auch Aufmerksamkeit erregt. Außerdem könnt Ihr Eure Geschwister oder Cousinen bitten, den Gästen bei der Suche nach ihrem Platz  zu helfen. Normalerweise listet man die Tische auf und schreibt dort die Namen der jeweiligen Gäste rein, aber bei 400 Gästen bietet es sich an, es andersherum zu machen – also eine alphabetisch sortierte Namensliste zu schreiben, bei der die Tischnummer neben dem entsprechenden Namen steht.
Zusätzliche Platzkarten sind zwar sehr hübsch, aber bei großer Gästezahl ein immenser Zeitaufwand und auch ein Kostenpunkt, den man getrost einsparen kann.

Woher finde ich einen Pfarrer und Imam für die Freie Trauung?

Leider gibt es hier keine einfache Antwort, da die Teilnahme an einer Freien Trauung bei beiden Geistlichen eine rein persönliche und freie Entscheidung ist. Daher muss man tatsächlich die Kirchen und Moscheen der Gemeinden aufsuchen und die Geistlichen direkt befragen. Wichtig wäre, dass Ihr Euch vorher Gedanken über Inhalt und Ablauf der Trauungszeremonie macht und auch wisst, welche Parts die Geistlichen übernehmen sollen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Geistlichen gerade dann überzeugt sind, wenn vor ihnen ein Paar steht, dass sich intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt hat und weiß wie die Religionen eingebunden werden sollen. Eine einfache Anfrage nach dem Motto „wir wissen noch nicht wie es werden soll, aber wir wollten schon mal wissen, ob sie das machen“ wird meist mit einem „nein“ beantwortet, weil ihnen (aus ihrer Sicht) die Ernsthaftigkeit fehlt.    

Wie gestaltet man die Brautabholung, wenn man direkt in der Location vorbereitet wird?

Wer bereits am Vorabend oder in der Früh das Elternhaus verlässt, aber nicht auf die Brautabholung verzichten möchte, kann sie ganz einfach vorziehen. Besonders bei Hochzeiten in der Türkei ist es inzwischen tatsächlich so, dass viele Bräute sich in der Früh dezent schick machen, z.B. mit einem hübschen weißen Kleid (manche sogar mit Schleier) und sich dann traditionell vom Bräutigam und seiner Familie abholen lassen. Auch das Gayret Kemeri wird angelegt, manchmal auch später im Hotel nochmal…Danach geht es gemeinsam mit dem Bräutigam und den engsten Freunden ins Hotel, wo sie sich dann gemeinsam vorbereiten lassen.
Es gibt aber auch Bräute, die nicht direkt in der Location, sondern in einem nahegelegenen Hotel vorbereitet werden und dann wird die Brautabholung eben dort in der Suite zelebriert. Manchmal muss man es eben praktisch handhaben, wenn es nicht anders geht und emotional wird es immer sein, egal wo die Braut sich von ihrer Familie verabschiedet und was sie dabei trägt.

Dürfen wir die Gäste bitten, ohne ihre Kinder zur Hochzeit zu kommen?

Ganz ehrlich? Nein. Bei türkischen Hochzeiten ist das im Prinzip ein Tabu und im türkischen Kulturkreis auch absolut nicht nachvollziehbar, warum Kinder nicht willkommen sein sollten. Vor allem die Kinder naher Verwandter werden als selbstverständliche Gäste angesehen. Ausnahmen gibt es höchstens, z.B. wenn die Location die Sicherheit der Kinder gefährdet (Hochzeiten an Strand, Pool, See usw.) oder wenn man eine high-end Hochzeit feiert. Die meisten türkischen Gäste werden aber immer davon ausgehen, dass sie ihre Kinder mitbringen dürfen und daher empfehle ich lieber eine Lösung für Kinderbetreuung zu suchen, als sich den Diskussionen der Familie auszusetzen. Wenn es nicht gerade 30 Kinder sind, dann findet man hierzu auch immer eine adäquate Lösung.   

 

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Hochzeitshäppchen: Eine lustige Alternative zum Brautstrauß werfen

Ein Highlight für die Freundinnen der Braut ist natürlich das Brautstrauß werfen. Ok, manche verstecken sich auch gerne in dem Moment, aber der Großteil macht mit und wartet gebannt darauf in welchen Händen der Strauß landet. Bei so einem Wurf kann aber auch mal was schief gehen, der Strauß landet am Boden oder wird beim Fangen ordentlich demoliert. Aber vor allem ist der Moment leider im wahrsten Sinne auch schnell verflogen…

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Kann ich, darf ich, wie soll ich? Antworten auf Eure Hochzeitsfragen!

Jede Woche erreichen mich E-Mails mit Fragen zu Hochzeitsplanung, Traditionen und vor allem wie man „typische Probleme“ bei türkischen Hochzeiten umschiffen kann. Meist sind es die gleichen Fragen, die jedem türkischen oder binationalen Brautpaar im Kopf schwirren und so dachte ich mir, ich schreibe Euch hier regelmäßig die häufigsten Fragen und meine Antwort dazu auf, damit alle was davon haben. Also, los geht’s!
 

Muss ich jeden Brauch aus der Kultur meines Partners übernehmen oder „darf“ man auch etwas weglassen?

Da es bei dieser Frage meist nicht nur um Hochzeitsbräuche, sondern auch generelle kulturelle Elemente ging, teile ich die Antwort auf.

Hochzeitstraditionen – Es gibt Traditionen, wie z.B. die Kιna gecesi oder auch die Brautabholung, die man nicht übernehmen braucht, wenn man selbst nicht Türkin ist (aber durchaus übernehmen kann, wenn man großen Gefallen daran findet). Darüber hinaus stellt sich die Frage welche Tradition ist dem Partner selbst wichtig und welche den beiden Elternpaaren. Hat man die wichtigsten Traditionen bestimmt und sich mit deren Sinn beschäftigit, dann sollte jedes Brautpaar für sich besprechen, ob und wie man die Bräuche übernehmen und wie man die Hochzeitsstile beider Kulturen harmonisch vereinen will. Setzt Euch dafür zuerst zu Zweit zusammen und geht von A-Z alles durch. Und ich meine Alles. Von den Inhalten, dem Tagesablauf, dem Hochzeitstil, das Essen, die maximale Gästezahl, welche Freunde/Familienmitglieder sollen wie beteiligt werden, wo seid Ihr bereit Kompromisse zu machen, was könnte für Eure Eltern problematisch werden und wie wollt Ihr darauf reagieren und und und. Das ist wichtig, denn Eure Eltern und Familien werden viele Fragen stellen und auch viele eigene Meinungen haben, die aus ihrer Sicht die besten sein werden und hierauf müsst Ihr beide als Einheit reagieren. Solange Ihr Euch noch nicht alles zurecht gelegt habt, könnt Ihr auf Fragen immer antworten: „ach, ist ja noch so lange hin, da mach ich mir noch keine Gedanken, aber gut das du es erwähnst“. 
 
Kulturelle Elemente – Auf die Frage welche Teile man aus der Kultur des Partners übernehmen „muss“ gibt es keine richtige Antwort, denn sie hängt von Euch und Eurem Partner ab. Ich war selbst in einer deutsch-türkischen Beziehung und kann hierzu nur einen Tipp aus meiner persönlichen Erfahrung geben: In Sachen Kultur und Brauch würde ich Euch empfehlen, mich nie zu fragen, ob ich etwas weglassen „darf“, sondern ob ich es „soll“ und wirklich unbedingt „will“. Man liebt ja einen Menschen in seinem Ganzen und dazu gehört eben auch die Kultur, die ihn geprägt und zu dem Menschen gemacht hat, in den ich mich verliebt habe. Auch seine Eltern, seine Familie und ihre Art zu leben gehören dazu und so muss man sich einfach bewusst sein, dass Traditionen und Bräuche aus der Kultur meines Partners mir nicht nur zur Hochzeit, sondern auch danach in unserem ganzen gemeinsamen Leben begegnen werden. Die andere Kultur wird also  durch den Menschen an meiner Seite logischerweise auch ein neuer Teil meines Lebens werden und diesen Teil auszublenden oder gar abzulehnen wäre fatal. Daher lebe ich nach dem Prinzip: solange ein Brauch mir persönlich nicht schadet, mich nicht in meiner Persönlichkeit begrenzt, begegne ich diesem immer offen und tolerant und teile ihn bewusst mit dem Menschen den ich liebe.      

Um unsere Hochzeit nach unseren Vorstellungen zu planen, möchten wir sie selbst finanzieren, wie bringen wir das den Eltern am besten bei?

Dies ist eines der Probleme, die mir persönlich die größten Bauchschmerzen bereiten, da es nicht einfach zu lösen ist. So sehr ich verstehe, dass die heutigen Brautpaare alles selbst planen und entscheiden wollen, so ist es nunmal eine Tatsache, dass die meisten Eltern noch in alten Traditionswerten stecken. Dazu gehört, dass die Eltern die Hochzeit des Kindes ein Leben lang herbei sehnen und es als eine Lebensaufgabe verstehen, ihre Kinder gut zu verheiraten und ihnen den Start in das neue Leben finanziell zu ermöglichen. Entscheidet sich also ein Brautpaar gegen die Einbeziehung der Eltern, sei es in finanzieller oder auch organisatorischer Hinsicht, dann werden die Eltern sicher am Boden zerstört sein und sich ihrer Lebensaufgabe beraubt fühlen. Es sind ja im Grunde auch ehrbare Werte und man muss einen guten Mittelweg finden, wenn man vermeiden will, die Eltern zu verletzen. Bezieht sie soweit es Euch möglich ist mit ein, klärt was ihnen wirklich wichtig ist und lasst Sie einen bestimmten Teil, z.B. das Essen oder Eure Flitterwochen zahlen. Begründet Eure Entscheidung selbst zu zahlen, nicht einfach mit „wir wollen nach unseren Vorstellungen feiern“ sondern sagt ihnen, dass ihr dankbar für das Geld seid, aber lieber wollt, dass sie es für sich als Altersvorsorge aufbewahren oder später wenn Kinder kommen und man da mal Hilfe braucht, es eine gute Unterstützung wäre. Bietet Ihnen Alternativen, aber bitte entsagt ihnen nicht einfach die Teilnahme.

Wie mache ich den Gästen klar, dass man nicht (wie sonst üblich) andere Gäste mitnehmen darf?

Hier gibt es verschiedene Wege, sei es im Einladungstext mit den Worten „kleine familiäre Feier“ oder „im engsten Familienkreis“ den Wink mit dem Zaunpfahl einzuarbeiten oder man legt eine Antwortkarte bei, in der man ankreuzen muss „wir kommen alleine“ oder „wir bringen unsere X Kinder mit“. So versteht jeder, dass außer den Kindern sonst keiner zusätzlich eingeladen ist. Außerdem kann man auf das Briefkuvert nur die beiden Namen der Eingeladenen schreiben und nicht, wie früher üblich, Familie XY. Aber vor allem würde ich in Gesprächen mit der Familie immer wieder die Info streuen, dass man selbst leider nicht jeden einladen konnte und daher das Mitbringen von Gästen nicht möglich ist. Auf den türkischen Familien-Flurfunk ist immer Verlass und so wird sich diese Information dann auch gut verbreiten 🙂

Wie vermeiden wir, dass die Gäste zu spät kommen und das Programm – vor allem die Menüfolge – durcheinander bringen?

Auch hier muss man sich wieder an der Einladung und dem Familien-Flurfunk bedienen. Bei der Einladung empfiehlt es sich eine Uhrzeit anzugeben, die den Einlass zum Saal angibt (kann man auch als Empfang oä betiteln) und eine zweite Uhrzeit, die explizit die Uhrzeit des Essens angibt (siehe dazu auch unsere Einladungstexte). Wer auf Nummer sicher gehen will, kann auch hier auf der Antwortkarte zur Wahl stellen, ob man zum Essen kommt oder nicht, dann dürfte jeder verstehen, dass es sich um ein wichtiges Detail handelt.

Wie lange darf das Essen dauern und sind Reden, wie bei deutschen Hochzeiten, in Ordnung?

Natürlich sind Reden in Ordnung und auch eine schöne Erinnerung, daher immer her damit! Wichtig wäre, dass man sie in der Sprache hält, die ein Großteil der Gäste versteht oder sonst für eine Übersetzung sorgt. 
Das Essen selbst sollte nicht zu lange dauern, denn solange man isst, kann man nicht tanzen und das ist für den türkischen Gästeanteil sehr langweilig. Feiern und tanzen ist ihnen einfach wichtiger und daher solltet ihr zwischen den Gängen einfach nicht zu viel Zeit lassen oder das Essen richtig lang ausdehnen und mit zwischenzeitlichen Tanzeinlagen füllen.
 

So, dass waren die ersten Fragen & Antworten und ich hoffe damit sind schon mal einige Fragezeichen weniger auf Eurer Liste. Falls Ihr zu den oben behandelten Themen noch Fragen habt, dann einfach ins Kommentarfeld eintragen und ich antworte dann schnellstmöglich dazu. Beim nächsten Mal geht es dann um das Handling der Geschenkübergabe (Takι), Kinder auf Hochzeiten und andere Themen. Schönen Sonntag Ihr Lieben!

Pinar

 

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