Ratgeber für freie Trauungen: Was einen guten Trauredner ausmacht und wie Ihr ihn findet

Freie Trauungen sind heute beliebter als je zuvor und das nicht nur bei multikulturellen Brautpaaren, sondern auch immer mehr bei Brautpaaren mit dem gleichen religiösen oder kulturellen Background. Das ist nur zu verständlich, denn die freie Trauung bietet eine Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten, mit der die Trauzeremonie individuell auf die eigenen Wünsche zugeschnitten werden kann.

Was eine freie Trauung ist, habe ich vor einiger Zeit in diesem Blogpost festgehalten. Da mich aber immer wieder viele Fragen zu diesem Thema erreichen, gibt es in den kommenden Wochen hier auf dem Blog eine ausführlichere Inforeihe rund um das Thema freie Trauung. Und wir fangen heute gleich mit dem wichtigsten Punkt an: der Trauredner. Was einen guten Redner ausmacht, wie Ihr ihn findet und was es zu beachten gibt.

Alles steht und fällt mit dem richtigen Redner, denn der Rahmen und auch das Programm Eurer freien Trauung können noch so gut durchdacht und organisiert sein, wenn der Redner nicht gut ist, dann war alle Mühe vergebens. Deswegen ist die richtige Wahl des Trauredners elementar wichtig.

Es gibt glücklicherweise bundesweit Trauredner, die auf sehr hohem Niveau arbeiten und eine dieser Hochzeitsprofis ist Sabine John-Tancredi von „Traubar“. Die Stuttgarterin ist eine der bekanntesten Trauredner in Deutschland und gestaltet seit 2010 wunderschöne Trauungen. Wer Sabine kennenlernt oder die Freude hat, bei einer ihrer Trauungen anwesend zu sein, merkt sehr schnell: Sabine hat ihre Berufung gefunden.
Wobei, eigentlich hat die Berufung Sabine gefunden, denn ursprünglich war Sabine als Hochzeitsplanerin tätig, als eines ihrer Brautpaare sie darum bat, ihre freie Trauung durchzuführen. Einmal Trauluft geschnuppert war nicht nur Sabine begeistert, sondern auch die anwesenden Hochzeitsgäste. So kamen immer mehr Brautpaare zu Sabine und heute, nach mehr als 8 Jahren, ist sie immer noch mit Herzblut Traurednerin. Deswegen freue ich mich sehr, dass sie uns heute einen Einblick in ihre Arbeitswelt gibt und verrät, worauf es bei der Wahl des Redners ankommt.

Sympathie und Vertrauen zwischen Brautpaar und Trauredner sind essentiell wichtig

Es klingt so simpel und doch wird es oft unterschätzt: Die Sympathie und das Vertrauen zum Trauredner ist die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich höre häufig, dass Brautpaare einen Redner wählen, der nicht wirklich zu ihnen passt, beispielsweise weil er günstiger ist. Das Ergebnis ist dann oft, dass sich diese Brautpaare bis zum Hochzeitstag ständig Sorgen machen, ob alles gut gehen wird und am Ende auch mit dem Ergebnis nicht so richtig happy sind. Dabei ist es so wichtig, dass Ihr Eurem Redner vertrauen könnt. Vertrauen, dass Ihr als Paar verstanden werdet, Euch somit öffnen könnt, Eure Wünsch und, ja, auch Sorgen mitteilen könnt. Für dieses Vertrauen braucht es Sympathie und einen offenen, empathischen Redner. Gleichzeitig ist auch für den Trauredner und seine erfolgreiche Arbeit ein gutes Verhältnis zu Euch sehr wichtig, wie Sabine bestätigt:

Mir ist bei der Zusammenarbeit mit Brautpaaren in erster Linie ein offenes, vertrauensvolles Miteinander wichtig. Ich begleite meine Paare bei einem sehr wichtigen Lebensabschnitt und darf in ihr Leben eintauchen. Da sind Sympathie und eine gleiche Wellenlänge essentiell. Außerdem möchte ich in den Gesprächen mit meinen Paaren in die Tiefe gehen und dafür müssen sie offen sein. Sehr wichtig empfinde ich auch den Ansatz, mich als Impulsgeberin zu sehen und nicht irgendwelchen starren Denkmustern zu folgen. Ich freue mich sehr, wenn ich den Beiden durch unsere Gespräche neue Sichtweisen aufzeigen kann, welche die Beziehung der Beiden bereichern.“

Ein Trauredner ist kein Entertainer, sondern ein guter Zuhörer und authentischer Geschichtenerzähler mit Herz

Auch wenn ein Trauredner während der Trauung viel sprechen muss, sollte er nicht zu der Kategorie „hört sich gern selbst reden“ gehören. Viel wichtiger sind andere Eigenschaften, wie Sabine erklärt:

„Der Trauredner muss zu allererst mit dem Herzen dabei sein und über Empathie verfügen. Ein guter Trauredner kann und will wirklich zuhören und weiß zwischen den Zeilen zu lesen. Er interessiert sich für das Paar und möchte, dass sie die schönste Zeremonie bekommen und glücklich sind. Ein guter Trauredner ist authentisch und stellt sich nicht in den Vordergrund. Und er versucht nicht krampfartig witzig zu sein. ;)“

Zu den Faktoren Sympathie, Vertrauen und dem verantwortungsbewussten Umgang mit der Geschichte und den Wünschen des Brautpaares kommt selbstverständlich auch die Profession des Redners hinzu. Dazu gehört die Kunst, die Essenz einer Liebesgeschichte in berührenden Worten wiederzugeben, das Gespür für gute Dramaturgie und die Fähigkeit die Trauung so durchzuführen, dass sie weder gestellt noch vorgetragen wirkt. Es gehört auch dazu, den Ablauf so zu gestalten, dass die Wünsche des Brautpaares berücksichtigt werden und dabei gleichzeitig ein harmonisches Programm entsteht, dass die Herzen des Brautpaares und der Hochzeitsgäste berührt. Das macht den Beruf des Trauredners so herausfordernd und deshalb ist es wichtig, einen echten Profi mit Erfahrung und Herz zu finden.

Aber wo und wie findet man denn nun den richtigen Trauredner?

Auf der Suche nach Traurednern sind natürlich Google und Hochzeitsblogs die besten Infolieferanten. Fast alle Hochzeitsblogs haben ein Branchenbuch in dem Ihr nach Hochzeitsdienstleistern, also auch Traurednern, suchen könnt. Ebenfalls immer eine gute Quelle sind die echten Hochzeiten (Real Weddings), die auf den Hochzeitsblogs gezeigt werden. Gefallen Euch dort die Bilder einer freien Trauung, könnt Ihr schauen, ob der Trauredner im Dienstleisterverzeichnis der Hochzeit aufgelistet ist.

Habt Ihr Eure Favoriten gefunden, dann solltet Ihr die Webseite des Trauredner studieren und die Infos ausführlich lesen sowie seine Social-Media-Kanäle auf Instagram und Facebook durchstöbern. Notiert Euch was Euch an dem Redner besonders gefällt und stellt erst eine Anfrage, wenn der Redner wirklich Euren Anforderungen entspricht und Euch sympathisch ist. So spart ihr Euch und auch den Rednern unnötige Anfragen und viel Zeit. Und apropos Anfrage. Bitte vermeidet (bei allen Hochzeitsdienstleistern) saloppe Anfragen, wie „Hallo, wir heiraten am XX.XX., sind Sie noch frei?“ Warum? Ganz einfach, weil für eine gute Zusammenarbeit Sympathie und Vertrauen auch auf Seiten des Trauredners entstehen muss und das gelingt mit einer freundlichen Anfrage besser 😉

Ist Euer Wunschkandidat noch verfügbar für Euren Hochzeitstag, dann heißt es Kennenlernen. Persönlich, telefonisch oder ganz neuzeitlich per Videochat. Dabei ist das erste Kennenlerngespräch in der Regel unverbindlich, das bedeutet, es kostet nichts und es besteht auch kein Buchungszwang, wenn man nach dem Gespräch merkt, dass man doch nicht zusammenpasst. Für eine Orientierung, wie das Kennenlernen und die Zusammenarbeit ablaufen, hat Sabine von Traubar uns ihren Arbeitsablauf beschrieben:

„Um zu sehen, ob die Sympathie stimmt und ich dem Paar ihre Wunschtrauung erfüllen kann, gibt es ein erstes unverbindliches Kennenlerngespräch. Wenn sich das Brautpaar bei und mit mir wohl fühlt, so beginnt dann eine intensive gemeinsame Zeit. In weiteren zwei Treffen sprechen wir zum einen über ihre Hochzeitplanung, damit ich ein Gefühl für das gesamte Fest bekomme. Zum anderen erstellen wir gemeinsam den Ablauf und Inhalt der Trauzeremonie. Wir reden über das Thema Musik zur Trauung, die Form des Eheversprechens und ob nahestehende Gäste mit eingebunden werden sollen. Und natürlich sprechen wir über die Beiden, reflektieren ihre Beziehung und tauchen ab in die bisherige gemeinsame Zeit. Aus all diesen Eindrücken und Informationen schreibe ich die Rede für das Paar und füge meine Worte mit dem Ablauf der Zeremonie zusammen, so dass es ein harmonisches Ganzes ergibt.“

Nutzt das Erstgespräch, um wichtige Fragen und Eure persönlichen Wünsche zu klären

Das Erstgespräch dient nicht nur dem unverbindlichen Beschnuppern und Kennenlernen, sondern sollte von Euch auch genutzt werden, um zu prüfen, ob das Angebot des Trauredners zu Euren Wünschen passt. Dazu gehört, zu prüfen, wie flexibel der Trauredner tatsächlich ist und wie individuell die Zeremonie nach Euren Wünschen gestaltet werden kann. Wichtig sind aber auch vertragliche Dinge wie Zahlungsmodalitäten oder was passiert, wenn der Trauredner am Hochzeitstag krank wird. Und natürlich sind auch organisatorische Dinge, die der Trauredner am Hochzeitstag übernehmen sollte, abzufragen. Für einen Profi wie Sabine ist es selbstverständlich, dass sie das Brautpaar am Hochzeitstag entlastet:

„Am Tag der Trauung bin ich ca. 1,5 Stunden vor Beginn der Trauung am Trauort. Ich stimme mich mit den Musikern über den Ablauf ab, wir machen einen Soundcheck und ich spreche mit Braut und Bräutigam. In der Regel bin ich die Zeit vor der Trauung bei der Braut, was ihr und uns sehr guttut. Meist ist die Braut aufgeregt und ich beruhige sie dann allein schon mit meiner Anwesenheit.“

Bei multikulturellen Brautpaaren ist zudem der Wunsch nach einer zwei- oder sogar mehrsprachigen Trauung ein wichtiger Punkt, den es zu klären gilt. Eine Trauung auf Deutsch und Englisch durchzuführen, ist für viele Trauredner kein Problem. Bei anderen Sprachen wird es schon schwieriger, da es hierzulande kaum mehrsprachige Trauredner gibt. Aber die gute Nachricht ist: es gibt eine Lösung. Die einfachste ist, einen „Übersetzer“ aus dem Familien- oder Freundeskreis zu finden, der sich traut (und auch talentiert genug ist) Teile der Trauung in der gewünschten Sprache vorzutragen. Solltet Ihr diesen Wunsch haben, ist es wichtig, dies bereits im Kennenlerngespräch anzusprechen, um zu sehen, ob der Trauredner offen für eine solche Lösung ist oder vielleicht sogar andere Lösungen parat hat.

Denkt dran: Qualität hat ihren Preis und Verträge sind wichtig

Bei der Suche nach dem richtigen Trauredner ist das liebe Geld natürlich auch ein Thema und Ihr solltet Euch darauf gefasst machen, dass Ihr unterschiedlichsten Preisen begegnen werdet. Das Honorar eines Trauredners variiert zwischen 800-1.800€ (brutto). Das hängt unter anderem davon ab, ob der Redner hauptberuflich als Trauredner tätig ist oder ob er diesen Job „nur“ nebenberuflich ausübt und sein Haupteinkommen anderweitig bezieht. Ein Vollzeit-Trauredner hat aufgrund seiner höheren Ausgaben berechtigterweise einen höheren Stundensatz als ein Teilzeit-Redner. Auch darf man nicht unterschätzen, wie arbeitsintensiv die Vorbereitungen der Trauung sind. Ein professioneller Redner arbeitet zwischen 20 und 30 Stunden pro Hochzeit und beachtet man, dass er mit seinen Einnahmen sowohl Privat- und Betriebskosten abdecken als auch seine administrative Arbeitszeit entlohnen muss, wird sein Honorar nachvollziehbar.

Zu guter Letzt noch eine wichtige Sache, die bei Traurednern ebenso gilt, wie bei allen anderen Hochzeitsdienstleistern auch: Kein Auftrag ohne Vertrag. Habt Ihr den Trauredner Eures Vertrauens gefunden, dann wird ein verbindlicher Vertrag abgeschlossen, bevor es mit der Zusammenarbeit losgehen kann. Der Vertrag sichert sowohl den Redner als auch Euch ab. Im Vertrag werden beispielsweise die Inhalte des Auftrages, die Aufgaben des Redners sowie die Zahlungsmodalitäten und die Handhabung von krankheitsbedingten Ausfällen geregelt. So sind im Worst-Case-Fall alle Pflichten und Rechte klar formuliert.

Ihr seht schon, auch ein Trauredner will gut ausgesucht werden und ich hoffe dieser Beitrag hilft Euch dabei, die richtige Wahl zu treffen. Meine Empfehlung ist, so früh wie möglich mit der Suche nach einem passenden Trauredner zu beginnen, denn die Guten sind schnell ausgebucht, aber noch viel wichtiger: von Eurem Trauredner erhaltet Ihr wichtige Tipps rund um die Zeremonie und den Tagesablauf und dann ist es von Vorteil, wenn die Planung nicht zu weit fortgeschritten ist und man noch Anpassungen vornehmen kann. Ein paar Tipps zur freien Trauung gibt Euch Sabine von Traubar schon heute mit auf Weg!

Tipps von Traurednerin Sabine John-Tancredi

Denkt unbedingt an das Wetter! Auch wenn eine freie Trauung nicht zwangsläufig im freien stattfinden muss, so wünschen sich dies doch die meisten Paare. Und ist die perfekte Wiese gefunden, dann wird schnell vergessen, dass es unter Umständen auch 35 Grad und pralle Sonne geben könnte. Also muss ein Sonnenschutz her – und zwar für ALLE! Ebenso benötigt man einen Plan B für Regenwetter. Und diese Alternative sollte mindestens genau schön sein, damit das Regenwetter dann nur halb so schlimm ist.

Für die Zeremonie rate ich immer:

  • Überlegt gemeinsam, wie ihr euer Eheversprechen gestalten wollt. Sollen es persönliche Worte sein, welche ihr euch sagt? Oder wollt ihr einfach nur „Ja, ich will“ auf die Fragen aller Fragen antworten? Wichtig dabei ist, dass ihr euch wohl fühlt.
  • Gestaltet die Zeremonie so persönlich wie möglich, d.h. so, dass sie euch widerspiegelt, so dass auch eure Gäste sagen: Ja, das sind die Beiden, so kennen wir sie, das passt zu ihnen.
  • Wenn irgendwie möglich sollte die Musik zur Trauung live sein. Das ist wertiger und fügt sich harmonischer in die Zeremonie ein. Musik von CD hat dagegen nur wenig Charme. Ein live gesungenes Lied hingegen kann die Emotionen noch verstärken.

Vielen Dank liebe Sabine für den Einblick in Deine Arbeit und Deine wertvollen Tipps!

Beim nächsten Mal, dreht sich dann im Ratgeber alles um das Programm und das Setting der freien Trauung.

Pinar

 

Fotos von oben nach unten:
Daniela Porwol  //  Die Hochzeitsfotografen  //  Daniela Porwol   //  Rico Grund  //   Franziska Molina  //  Verena Wittmann  //  Weddingpilots 

 

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Ein Kommentar zu “Ratgeber für freie Trauungen: Was einen guten Trauredner ausmacht und wie Ihr ihn findet

  1. Elena Wagner sagt:

    Sehr schön geschrieben, ich finde auch, dass ein guter Trauredner absolut wichtig ist auf einer Hochzeit, mindestens genauso wichtig, wie ein guter Fotograf 😉

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