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Hochzeitsbudget: Was kostet eine Hochzeit und warum eigentlich?

23.01.2017 | 0 Kommentare

Besonders zum Jahresanfang bekomme viele Anfragen von Brautpaaren, denen tausend Fragen im Kopf schwirren, bei fast allen ist die erste Frage, “was kostet eine Hochzeit?” oder wenn sie schon ein paar Schritte und Angebote weiter sind, dann “verdammt, warum kostet das alles so viel?” Über Geld spricht man bekanntlich nicht. Wir tun es heute trotzdem, denn oft hat man als Brautpaar zu Beginn keine Vorstellung was finanziell auf einen zukommt und alles erscheint überteuert. Aber noch viel wichtiger: Das Budget ist Eure Hochzeits-Jury, es entscheidet welche Eurer Ideen ins Finale dürfen und deswegen ist das Hochzeitsbudget der wichtigste Punkt bei der Hochzeitsplanung. Deswegen ist im Hochzeitsratgeber “Multikulturell heiraten” dem Hochzeitsbudget ein eigenes Kapitel gewidmet und Auszüge daraus möchte ich heute mit Euch teilen:

Warum kosten Hochzeiten so viel Geld??

Stellt Euch vor, Ihr habt was zu feiern und geht mit Eurem Schatz aus. In ein hübsches Restaurant mit gutem Essen. Ihr habt eine leckere Haupt- und Nachspeise, süffigen Wein oder coole Cocktails. Alles fein, ein toller Abend. Was gebt Ihr aus? In München ist man bei so einer Gelegenheit schnell mal 60-80 Euro pro Nase los. Hart, aber wahr. Jetzt stellt Euch vor, der feierliche Anlass ist Eure Hochzeit und Ihr seid nicht allein im Restaurant, sondern habt noch eine Schar von Gästen, die mit Euch feiern wollen und ebenfalls bewirtet werden müssen. Das Fest dauert auch nicht nur paar Stunden wie ein Essen im Restaurant, sondern viel viel länger. Tanzen wollt Ihr auch, also gibt’s Musik und hübsch aussehen soll auch alles, also gibt’s Blumen & Co. Wir könnten das jetzt weiter ausführen, aber das bereits jetzt 60 Euro pro Nase nicht mehr reichen ist logisch nachvollziehbar, richtig?

Viele Brautpaare denken Hochzeiten seien (absichtlich) überteuert, doch das sind sie nicht. Das einem die Hochzeit so überteuert vorkommt, liegt eher daran, dass man sich mit der Hochzeitsplanung plötzlich in unbekannten Gefilden befindet. Die eigene Hochzeit ist für gewöhnlich das erste Ereignis im Leben bei dem man mehrere Dienstleister für sich arbeiten lässt und dadurch in kurzer Zeit ungewohnt viel Geld in die Hand nehmen muss. Das verunsichert, das ist ganz normal. Dabei ist es ganz logisch, dass Essen und Trinken Geld kosten, richtig? Ebenso, das Personal, das beides servieren muss oder die besonderen Kleider die man tragen will, die gute Musik die es braucht, das schöne Ambiente, dass einer dekorieren muss…. Es kommt einiges zusammen, wie bei jeder Feier und das ist eben eine ganz schön große Feier.

Zusammengefasst: Hochzeiten kosten so viel Geld, weil sehr viele Menschen mit sehr viel Zeit, Kreativität und Leidenschaft daran mitarbeiten Euren Hochzeitstag einzigartig zu machen und ihre Arbeitszeit muss entlohnt werden. Idealerweise so das man davon leben und eine Familie ernähren kann. Bitte bedenkt auch, dass die meisten Hochzeitsdienstleister selbstständig sind, d.h. der Preis, den Ihr auf dem Angebot seht landet nicht 1:1 im Geldbeutel des Dienstleisters, sondern wird durch Steuern, Geschäftskosten, Versicherung usw. reduziert – ähnlich wie beim Lohnzettel, auf dem man mit Schrecken erkennt, wie wenig vom Brutto übrig bleibt….

Was kostet eine Hochzeit?

Es ist nicht möglich, für alle Brautpaare ein Budget als Richtwert anzugeben, denn wie alles im Leben variiert der Preis je nach den eigenen Wünschen und Ansprüchen. Doch es gibt natürlich auch bei Hochzeiten gewisse Erfahrungswerte. Dazu gehört, dass man in Großstädten für das Trio Location, Essen und Trinken für gewöhnlich mindestens 100 Euro pro Person rechnen sollte, sofern die Location keine extra Miete verlangt, sondern mit einem Mindestumsatz kalkuliert.

Bis vor einigen Jahren konnte man durchschnittlich rechnen, dass bei einer Hochzeit mit 80 Personen die Gesamtkosten der Hochzeit ungefähr dem doppelten Wert von Location, Essen und Trinken entsprachen. Heute werden Hochzeiten immer individueller gestaltet, daher variieren sie viel stärker in der Höhe des Budgets. Dieser Erfahrungswert dient aber immer noch als gute Faustregel, um ein ungefähres Budget zu errechnen. Wenn man also die Gästezahl kennt, kann man die ungefähren Kosten für das Trio Location, Essen und Trinken berechnen und in etwa mit der selben Summe für die restlichen Dinge kalkulieren.

Wie gesagt, man kann diese „Formel” nicht als absolut gültig verstehen. Auch wenn ihr mit nur 30 Gästen feiert, bleiben einige Kosten (zum Beispiel Hochzeitsfotografie) gleich hoch. Sobald ihr Wünsche habt, die über der „Norm“ liegen, müsst ihr mit höheren Kosten rechnen. Also, je toller die Location, desto höher die Kosten dafür – und für besondere Gewerke bei Papeterie, Dekoration oder auch Brautkleid benötigt man mehr Zeit, besonderes Material und teilweise auch  mehr Personal für die Umsetzung. All das kostet dann natürlich zusätzliches Geld. Und wie immer im Leben gilt auch hier: Qualität hat ihren Preis. Wer also das Ass der Branche engagiert, muss damit rechnen, dass dieses auch mehr kostet.

Um konkrete Preise für eure Hochzeit zu nennen, müsste ich die Zukunft voraussagen können. Aber es gibt marktübliche Startpreise für bestimmte Dienstleistungen und diese findet ihr im Budgetplaner bei den Planungshilfen des Ratgebers. Startpreise deshalb, weil sie euch vor Dumpingpreisen und somit schlechten Angeboten schützen sollen. Endpreise sind nicht angegeben, denn wie bei allen schönen Dingen, gibt es preislich viel Luft nach oben.

Mit welchen Preisen muss ich rechnen?

Für Ringe, Papeterie und auch Kleider gibt es inzwischen im Internet viele Shops bzw. Seiten mit Preisangaben, daher möchte ich heute zu den Dienstleistungen Infos abgegeben, nach denen ich am meisten gefragt werde:

Band & DJ. Es gibt leider nur sehr wenige Bands und DJs, die multikulturelle Hochzeiten mit der entsprechenden Musik bedienen können, daher sind sie schnell ausgebucht. Die Kosten bei professionellen Bands beginnen meist bei 2.500 Euro und können auch schnell bei 4.000 Euro liegen – je nach Anzahl der Bandmitglieder und Bandausstattung. Die Kosten für einen wirklich guten und professionellen DJ starten wiederum bei 1.200 Euro und sind abhängig von der Spieldauer.

Fotograf. Hier scheiden sich die Geister ebenso wie die Preise. Ihr braucht aus meiner Sicht einen erfahrenen Hochzeitsfotografen. Dieser kennt und beherrscht die besonderen Gegebenheiten, die an einem Hochzeitstag herrschen und deswegen solltet Ihr nur solche Spezialisten engagieren. Die Kosten für einen Profi starten bei 1.800€ für Hochzeitsreportagen ab 6 Stunden und variieren preislich je nach Stundenzahl, Anzahl der bearbeiteten/übergebenen Bilder, der Fotografenzahl, aber auch der Berufserfahrung und dem „Fotografie Stil“ des Fotografen nach oben.

Hochzeitsvideo. Moderne Hochzeitsvideos sind wie kleine feine Filmkunststücke, voller Emotionen und toller Dramaturgie. Die Kosten für ein Hochzeitsvideo beginnen bei 2.000 Euro und steigen je nach Teamgröße, Filmlänge und Features nach oben. Was auch sehr wichtig für die gute Qualität eines Hochzeitsvideos ist, sind die Tonaufnahme ( damit z.B. die Traureden klar hörbar sind) und der richtige Schnitt (Zauberwort Dramaturgie), daher bitte nicht auf Dumpingpreise reinfallen, sondern auch hier nur Videographen engagieren, die sich mit modernen Hochzeitsvideos auskennen und das entsprechende Equipment für einen guten Film haben.

Wedding Planner. Kaum ein Beruf wird so falsch eingechätzt, wie der des Hochzeitsplaners. Er wird viel zu verniedlicht und als Hobbyberuf wahrgenommen. Aus eigener Erfahrung als Hochzeitsplanerin kann ich sagen, es ist ein taffer Job mit hohen Anforderungen und wer von dem Beruf leben will muss mindestens 15-20 Hochzeiten im Jahr planen. Das klingt wenig, aber 20 Hochzeiten fast parallel zu bewältigen und dabei immer das limitierte Budget der Kunden und die eigene zeitliche Kapazität im Auge zu behalten, ist schwer und meist investiert man doch mehr Zeit, als der Kunde entlohnen wird. Viele Jahre berechneten Hochzeitsplaner Ihr Honorar für die Vollplanung prozentual vom Gesamtbudget, meist 10-15%. Das hat sich in den letzten Jahren mit der Individualisierung der Hochzeiten geändert weil viele Arbeiten, unabhängig von Gästezahl und Budget, sehr aufwendig sind. Heute berechnen viele Hochzeitsplaner deshalb ein budgetunabhängiges Mindesthonorar (ab 2.000€) und erstellen für jede Hochzeit ein individuelles Angebot für Ihre einzelnen Leistungen. 

Dekoration. Hier Zahlen zu nennen, wäre etwa so treffsicher, wie wenn ich die Zukunft vorauszusagen würde. Die Kosten hängen zu stark vom gewünschten Stil, der Location, den Tischen, den gewünschten Blumen und und und ab. Was ich sagen kann ist, dass bei klassisch runden 10er Tischen, bereits für 40 Euro eine kleine aber schöne Tischdekoration möglich ist (wobei besondere Gefäße für die Blumen und Kandelaber meist extra kosten). Ein Brautstrauß variiert je nach Größe und Material ebenfalls im Preis, aber für 50 Euro erhält man bereits einen hübschen dezenten Brautstrauß.

Haare und Make up. Ein geschulter Make up Artist, der auch Hochzeitsfrisuren in verschiedensten Formen beherrscht ist Gold wert. Man muss für Kamera und Fest gleich “richtig” geschminkt sein, es muss den ganzen Tag halten und dabei so typgerecht sein, dass Ihr authentisch bleibt und nicht “überschminkt” werdet. Das beherrschen nur Profis und die kommen sogar zu Euch am Hochzeitstag. Dieser Service startet bei 250 Euro für die Braut und bei 150 Euro für ihre Trauzeugin & Co.

Das waren mal ein paar Eckdaten, ich hoffe die Preisangaben haben Euch etwas weitergeholfen.

Pinar

Fotos:
Nancy Ebert (von dieser Hochzeit)
Davina + Daniel (von dieser Hochzeit)

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